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Wenn die Sterne am Taghimmel aufgehen und die Nacht sich schlafen legt…

Streik bei der Bahn – warum nicht schon früher?

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Als Pendler hat man eher weniger Verständnis, wenn andere Ihren Arbeitskampf führen und man selbst darunter leiden muss. Aber dieser Arbeitskampf war schon lange überfällig.

Vielleicht mal ein paar Fakten oder Gedanken eines Bahnfahrers:

  • Die Pünklichkeit der Bahn sinkt. Nach einer Studie des Bundesverkehrsministeriums waren letztes Jahr nur 82 90 Prozent der Züge maximal fünf Minuten zu spät. Im September und Oktober sogar nur 68 Prozent.
  • Der Service wird immer „Automater“ und komplizierter. Nicht jeder Bahnkunde ist 26 Jahre alt, technikbegeistert und hat eine Kreditkarte oder Internet. Und wir sprechen noch nicht davon, wie lange es dauert, oftmals nicht die günstigste Fahrkarte zu bekommen.
  • Da gibt es diese riesigen Schalterhallen an großen Bahnhöfen, die egal wann, komischerweise nur zur Hälfte besetzt sind, egal wie lange die Schlange ist. Also links, rechts, wieder links, noch eine Runde und dann die freundliche Auskunft oder den Fahrkartenkauf. An kleinen Bahnhöfen bedient man den Automaten.
  • „Und heute empfehlen wir Ihnen, einen Besuch unseres Bordbistros. Der Chefkoch…“ Lieber Herr Medorn, bei einer Fahr von 120 EUR quer durch die Republik, sind die Getränkepreise pro Liter reiner Wucher! Von einem Sandwich für 3,50 oder mehr reden wir noch lange nicht.
  • Da gibt es diverse Investitionen und Projekte, die zukunftsträchtig oder einfach nur erforderlich sind. Diese werden wie die Erneuerung und der Ausbau des Schienennetzes mit einer Geschwindigkeit und einem Elan vorrangetrieben, das ist beispiellos. In der Privatwirtschaft, wäre Ihr Unternehmen schon lange bankrott.
  • Und jetzt kommen auch noch die kleinen Angestellten auf die Idee zu streiken, weil sie ein paar mikrige Prozent mehr Lohn und Gehalt wollen. Unverschämt! Lieber wie bei der Telekom vorgemacht, in einen Service-Gesellschaft ausgliedern, Lohn kürzer, länger Arbeiten lassen und gleich ein paar Tausend entlassen. Im gleichen Atemzug wissen Sie ja, wem Sie für diesen Vorschlag eine ordentliche Beratungsgebühr überweisen können.
  • Und wenn ich dann in Ihrem Geschäftsbericht lese, dass der Bahnvorstand sich das Gehalt in der Zeit von 1999 bis 2005 um zirka 300 Prozent erhöht hat, dann sind die 3,5 bis 4 Prozent der Bahnangestellten ein Schnäppchen dagegen. Jetzt müssen nur noch die Lokführer die Klappe halten und dann steht der nächsten Gehaltserhöhung auf Vorstandsebene nichts mehr im Wege.

Sehr geehrter Herr Medorn, ich fahre gerne und oft Bahn. Aber ich bin echt verwundert, warum alle Mitarbeiter in diesem Unternehmen so lange ruhig gehalten haben?! Möge die Macht mit den Lokführern sein und der Streik noch lange dauern!

Fakten:

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Written by ryanthara

10 Juli 2007 um 9:00

Veröffentlicht in Eingemischt!

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