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Katastrophenschutz: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) auflösen

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Es gibt aktuell eine Petition im Deutschen Bundestag, die fordert, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk aufzulösen.

Die Begründung der Petition ist kurzsichtig und lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen:

  1. Aufgabe verwaltungs- und instandhaltungsintensiver Standorte (besonders im Ehrenamt). Die Anzahl der hauptamtlichen Angestellten soll reduziert und diese in die Bundeswehr eingegliedert werden, das Material und die Liegenschaften verkauft werden. Somit können Bundeswehrstandorte besser genutzt werden und Kosten gespart werden.
  2. Verzicht auf die ehrenamtlichen Kräfte und effektiver Einsatz der hauptamtlichen Mitarbeiter zur Steigerung der Professionalität unter Führung der Bundeswehr.
  3. Die Synenergie von THW und Bundeswehr führe bei geänderten Weltpolitik zu einer „neuen Bundeswehr“, Hilfs- und Humanarmee, die effizient Arbeitet und nicht anfällig ist für Kompetenzen und Befehlsprobleme zwischen THW und Bundeswehr.
  4. Steigerung der Attraktivität er Bundeswehr für Wehrdienstverweigerer durch neue Aufgabengebiete ohne Dienst an der Waffe.

Diese Petition ist für die haupt- (900) und ehrenamtlichen Helfer (80.000) des THW ein Schlag ins Gesicht.

Die oben genannte Argumente sind kurzfristig und möchten von mir wie folgt entkräftet werden.

Zu 1) – Die Eingliederung des THW bedeutet für die Bundeswehr eine neue Aufgabe, für die sie Personal benötigt, Material vorhalten muss. Für einen Flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit der Dienstleistung Katastrophenschutz, reicht die Anzahl der vorhandenen Bundeswehrstandorte nicht aus.  Die Ausbildung dieser Spezialisten, die Bereitstellung von ausreichendem Personal und Material kostet auch für die Bundeswehr Geld. Somit ist mit einer Kosteneinsparung nicht zu rechnen.

Zu 2) – Die Leistungsfähigkeit des THW basiert auf der Kombination aus Haupt- und Ehrenamt. Das Wissen im Ehrenamt ist vielfältig und professionell. Ehrenamtliches Engagement lässt sich nicht mit Kosten aufrechnen. Die Führung durch die Bundeswehr bedeutet nicht gleichzeitig eine Steigerung der Professionalität und Effizienz hin.

Zu 3) – Die Bundeswehr kann nicht ständig neue Aufgaben übernehmen. Nicht ohne hierfür mehr Personal und Finanzmittel zu bekommen. Es ist blauäugig zu behaupten, die Bundeswehr bilde nur Spezialisten für den KatS aus, oder nur für den Einsatz am Hindukush. Die Kollision zwischen Kompetenz und Befehlsgewalten zwischen THW und Bundeswehr sollen so vermeidbar sein.

Zu 4) – Die Bundeswehr soll für Wehrdienstverweigerer attraktiver werden, da es dann auch die Möglichkeit gäbe, ohne Dienst an der Waffe, bei der Bundeswehr zu sein. Warum macht ein Wehrdienstverweigerer seinen Ersatzdienst nicht jetzt schon beim THW?

Das THW ist im Katastrophenschutz der Bundesrepublik Deutschland ein fester Bestandteil und es gibt gute Gründe dafür. Es lassen sich noch viel mehr Argumente gegen diese Petition finden.

Die Kosten für das THW mit noch nicht einmal 2 EUR pro Bundesbürger und Jahr sind ein Schnäppchen, im Vergleich zu den Kosten für die Aufgabenerweiterung Bundeswehr, für hauptamtliches Personal in anderen Firmen.

Sehr geehrter Herr Appelt, hoffentlich wissen andere Bürger dieser Republik und unsere politischen Vertreter, diese aus meiner Sicht unsinnigen Petition zu entkräften. Vielleicht machen Sie sich ein Bild von der ehrenamtlichen Arbeit in Deutschland und nicht nur vom THW. Ich wünsche Ihnen, dass Sie niemals auf die ehrenamtliche Arbeit eines Helfers zurückgreifen müssen.

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Written by ryanthara

17 August 2007 um 11:27

Veröffentlicht in Eingemischt!

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